Zeitenwende in der Immobilienwirtschaft

Vom Verkäufer- zum Käufer-Markt

In der letzten Dekade gab es für Immobilienpreise im Wohnimmobilienmarkt nur eine Richtung. Preissteigerungen mit bis zu 15% jährlich waren die Regel. Die Gutachterausschüsse der Kommunen konnten jährlich neue Rekordumsätze verzeichnen und die Vergleichspreise jährlich anheben.

Mit der Inflation und der Anhebung der Leitzinsen wurde die Wende im Immobilienmarkt eingeläutet. Beschleunigt durch die Energiekrise und dem Krieg in der Ukraine mit weiteren Preissteigerungen, nicht nur im Energiesektor, wurden auch die Selbstbehalte der Banken angehoben.

Waren noch Anfang des Jahres Finanzierungen mit einem Zinssatz mit guter Bonität von 1,2% möglich, so werden aktuell Angebote bis 4,2% für 10-Jahres Festschreibungen notiert.  Dies hat zum Ausfall ganzer Käufergruppen geführt, die den Markt jahrelang belebt haben. Für die meisten Einkommen sind Immobilienkäufe wieder unmöglich geworden.

Materialknappheit durch Unterbrechung der Lieferketten und Handwerkermangel sowie Kosten sorgen für weitere Probleme, wenn es um Renovierungsmaßnahmen geht.

Gebrauchte Immobilien, die einen Renovierungsstau aufweisen haben es schwer einen neuen Käufer zu finden, Vermarktungszeiten nehmen deutlich zu. Eine Angebotssteigerung um mehr als 150% in verschiedenen Städten am Niederrhein führt zu weiteren Angeboten und einem Ende des Verkäufer-Marktes.

Waren ehemals 50% Privatverkäufer im Markt so ist der Anteil in vielen Kommunen auf weniger als 10% gesunken. Die aktuelle Zeit erfordert professionelle Vermarktungskonzepte und insbesondere marktgerechte Immobilienpreise.

Die Methoden der professionellen Immobilien-Wertermittlung sind: Sachwert-, Ertragswert- und Vergleichswert-Verfahren. Diese Methoden, die von Gutachtern und qualifizierten Immobilienmaklern zur Ermittlung des Verkehrswerts in Deutschland herangezogen werden, sichern dem Verkäufer einen seriösen Verkaufswert und einen zügigen Verkaufsprozess.

Schließlich sind die Vermarktungszeiten zusätzlich auch vom Werbebudget, dem Netzwerk und der Qualifizierung des Unternehmens, der Erfahrung, der Ausbildung und der Qualifikation der Mitarbeiter abhängig.

Jedem Verkäufer kann man nur empfehlen sich vor einer Beauftragung eines Maklers sich ausgiebig mit dem Unternehmen durch den Besuch vor Ort und des Studiums der Maklerhomepage zu beschäftigen.

Fazit: Das, was am höchsten gestiegen ist, wird am tiefsten fallen!

Eigentumswohnungen verlieren prozentual den meisten Wert. Gut sanierte Objekte insbesondere Einfamilienhäuser in guten Lagen sind noch preisstabil. Sanierungsbedürftige Objekte müssen größere Abschläge in Kauf nehmen. Neubauprojekte werden gestoppt und das Angebot wird kleiner. Neubaupreise bleiben weiterhin hoch mit stabilen Preisen.

so berichtet Dipl. Immobilienwirt (EIA) Klaus-Peter Lindenmann von der Fa. Selektive Immobilien Service GmbH